Don Carlos

Nov 10, 2009 7:30 pm (Tuesday)
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Event details: Don Carlos
Description
Fast sein gesamtes Dichterleben lang begleitete Friedrich Schiller sein Drama "Don Carlos". Von der Sturm-und-Drang-Tragödie wandelte sich das Werk zum politischen Schauspiel. Die historische Familien-, Freundschafts- und Liebesgeschichte diente ihm nur als Folie für ein umfassendes philosophischpolitisches Ideendrama. Die Historie um König Philipp II. und den Aufstand in den Niederlanden nutzte Schiller ziemlich frei; denn seine Vision einer humanistischen Menschenrepublik und Emanzipation des Denkens zielte auf seine eigene Zeit und die Ideale der sich ankündigenden Französischen Revolution. Im Laufe der Entstehungsgeschichte ist Schillers "Familiengemälde aus dem königlichen Haus" mehr und mehr zu einem groÃen, Politisches wie Privates umspannenden Gleichnis von Macht und Ohnmacht geworden. Was als Liebestragödie beginnt, verwandelt sich im Verlauf der Handlung immer mehr zum Ideendrama und zum Politthriller. Ein System von Verrat, Intrige und Unterdrückung bestimmt die persönlichen Beziehungen. Die Mechanismen der Macht, der Flucht und des Widerstandes werden offen gelegt. Der Machtpragmatismus und seine Kosten sowie die Warnung vor hemmungslos zynischer Politik tauchen auf. Was steht im Vordergrund, die Staatsaktion oder die Familientragödie, der Freiheitswille eines Volkes oder die Leidenschaft von Individuen? Die Antwort ist ganz einfach: beides.
Der Königssohn Don Carlos liebt seine Stiefmutter Königin Elisabeth, die ihm einst als Braut versprochen war, und rebelliert gegen seinen Vater König Philipp II. Als dieser davon erfährt, schickt er seinen Sohn, dem er nicht viel zutraut und auch misstraut, in den sicheren Tod. Carlos' Freund Marquis von Posa kämpft für die Freiheit. Er gewinnt das Vertrauen des despotischen Herrschers, doch erliegt er schlieÃlich den Fallstricken seiner selbst eingefädelten Intrigen: Er wird ermordet. Der König ist eifersüchtig. Es ist ein Leichtes, ihn und seine Gedanken zu missbrauchen. Die Intrige ist zum Herrschaftsinstrument geworden.
Regie: Markus Kopf
Bühne: Manfred Kaderk
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