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Nov 13, 2009 8:00 pm (Friday)

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Stadttheater (map)

Niederwall 27 
Bielefeld, NW
Germany
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Dramatisches Gedicht von Friedrich Schiller Karlos, Sohn König Philipps II. von Spanien, ist unglücklich. Aus politischen Gründen heiratete Philipp Elisabeth von Valois, in di...
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Dramatisches Gedicht von Friedrich Schiller

Karlos, Sohn König Philipps II. von Spanien, ist unglücklich. Aus politischen Gründen heiratete Philipp Elisabeth von Valois, in die Karlos verliebt ist. Die Gegenwart der Geliebten an der Seite seines Vaters macht ihn ebenso wahnsinnig wie die Geringschätzung, die er durch Philipp erfährt. Die Bitte seines Freundes, des Marquis von Posa, kommt Karlos in dieser Situation nur recht. Posa will, dass Karlos die Strafexpedition in die aufständischen Niederlande führt, damit die Freiheitsbestrebungen dieses kleinen Volkes nicht in einem Blutgericht enden. Doch Philipp verwehrt ihm misstrauisch das Kommando. Eine Intrige von Prinzessin Eboli, die von der Liebe Karlos’ zu Elisabeth weiß, verhindert eine weitere Verständigung zwischen Vater und Sohn, König und Thronfolger. Philipp, angewidert von den unzähligen Machtspielen und der Falschheit bei Hofe, findet im Marquis von Posa einen Menschen, der ihm ohne Verstellung begegnet. Dieser fordert vom absolutistischen Herrscher "Gedankenfreiheit", was dem Regenten Respekt abverlangt. Doch auch Posa spielt ein doppeltes Spiel – sowohl mit König Philipp II. als auch mit seinem Freund Karlos. Schillers Don Karlos ist ein Politkrimi über die Abspaltung der Niederlande von Spanien im 16. Jahrhundert und über das Idealbild eines aufgeklärten absolutistischen Herrschers. Doch das Drama erschöpft sich nicht im Politischen. Zentrales Thema ist die Leidenschaft, die – im erweiterten Sinne – ein Verhaftetsein mit einem bestimmten Ideal darstellt.

200 Jahre nach der historischen Trennung der Niederlande vom spanischen Staat bildet das Ereignis Schillers Folie für die moralische Verantwortung des Individuums bei gesellschaftlichen Umwälzungen. Weitere 200 Jahre später hinterfragt das Theater Bielefeld Schillers Freiheitsbegriff auf seine Gegenwartstauglichkeit.

Inszenierung: Christian Schlüter
Bühne: Jürgen Höth

"Die Inszenierung besticht durch abgerüstetes Pathos. Die Sprache, verständlich und artikuliert, wechselt geschmeidig vom hohen Ton bis [...] zur Zote. Das gibt dem Spiel ungewöhnliche Direktheit und Gegenwärtigkeit. [...] Schlüter findet in seiner Inszenierung zu einem starken Bild am Ende. Philippe spricht seinen berühmten Schlussdialog mit dem Großinquisitor allein." (Neue Westfälische)

"Es sind Machtspiele und Intrigen, Ränke, Lügen, Zufälle und Missverständnisse, die zum Scheitern führen. Thomas Wolff als König Philipp II. von Spanien ist dank seines intensiven Spiels der Dreh- und Angelpunkt der Inszenierung von Christian Schlüter. [...] Bühnenbildner Jürgen Höth lässt die Handlung in einem sich drehenden Kubus spielen, bezieht den Zuschauerraum mit ein. Kostümbildnerin Katharina Kromminga lässt das Weiche - Träume, Gefühle - aus der Kleidung derer hervor quillen, die Träume und Gefühle kennen: in Form von Federn, Spitze, hellen Stoffen. Wenn's ernst wird, trägt man dagegen Korsett und Korsage." (Westfalen-Blatt)


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